Leben und Lernen von und mit Flüchtlingen

Forschendes Lernen (Ethische Bildung)

Die Fluchtbewegungen der letzten Jahre stellen viele Schulen vor neue Herausforderungen. Dass diese bewältigt werden können, verlangt ein besonderes Engagement von LehrerInnen. Kinder und Jugendliche bringen eigene Flucht- und Migrationserfahrungen mit ins Klassenzimmer. Somit begegnen Lehrerinnen und Lehrer den politischen und persönlichen Megathemen der Gegenwart in ihrem beruflichen Alltag von Mensch zu Mensch.

Was heißt es, mit Flüchtlingen zu leben, sie zu lehren und mit ihnen gemeinsam zu lernen? Dieser Frage geht das Institut für Praktische Theologie der Universität Wien nach. Im  Fachbereich Religionspädagogik und Katechetik vernetzen ReligionslehrerInnen ihre Erfahrungen (Herausforderungen, Hindernisse, Bereicherungen, Schulentwicklung...). Studierende erforschen im Rahmen von fachdidaktischen Seminaren die Frage: Welches ethische Bildungspotenzial entsteht in dieser aktuellen Situation für Menschen, aber auch für Institutionen? [weiter]


 

 

Inklusive Schule – Religionspädagogische Annäherungen und Orientierungen

Forschungskolloquium am 10./11.11.2016 in Wien

Inklusion ist mit der Salamanca-Declaration (1994) zum Prinzip von Bildung und Bildungseinrichtungen geworden. Die europäischen Staaten haben jeweils ein Programm mit Zeitplan zur Realisierung inklusiver Bildung vorgelegt. Die erforderliche wissenschaftliche Unterstützung zur Verwirklichung dieses Vorhabens ist dabei – besonders im religionspädagogischen Bereich – nicht in ausreichendem Maße gegeben. 

Die Forschungsinitiative lebens.werte.schule nimmt sich dieses Desiderats mit der Durchführung eines Forschungskolloquiums zum Thema „Inklusive Schule – Religionspädagogische Annäherungen und Orientierungen“ am 10./11.11.2016 in Wien an. Es werden Überlegungen aus bildungswissenschaftlicher Sicht und verschiedene religionspädagogische Perspektiven eingebracht. Internationale Erkenntnisse – besonders aus dem mittel- und südosteuropäischen Raum (Österreich, Deutschland, Ungarn, Tschechien, Kroatien, Ukraine) – werden entscheidend berücksichtigt.

Die 15 inhaltlichen Beiträge sind drei inhaltlichen Schwerpunktthemen zugeordnet:

  1. Grundlegendes zum Konzept Inklusion
  2. Inklusionssensible Aus- und Fortbildung von Lehrer/inne/n
  3. Inklusion im Schulalltag und in der Gestaltung von Religionsunterricht

Die leitenden Fragen lauten:

  • Was ist der Beitrag der Religionspädagogik zum Inklusionsdiskurs?
  • Welche Konsequenzen hat der Inklusionsdiskurs für die Religionspädagogik und die Theologie?
  • Welche Impulse gibt es für die Entwicklung einer inklusiven Religionsdidaktik?

Erforschung und Entwicklung einer friedvollen Schulkultur

Gewalt kommt an jeder Schule in vielfältigen Formen vor. Von daher ist es Zeichen von großem Verantwortungsbewusstsein, wenn eine Schulgemeinschaft Gewaltprävention zu ihrem Anliegen macht. Die Enttabuisierung des Themas und kontextadäquat entwickelte Umgangsformen mit Gewalt sind Qualitätsmerkmale einer Schule.

Für Gewalthandeln sind immer viele Gründe mitverantwortlich – in der Familie, in der Peer-Group, aber eben auch in der Schule: Wenn also in Bezug auf Gewalt in der Schule immer auch schulexterne Faktoren zu beachten sind, ist dennoch ein Zusammenhang zwischen den institutionellen Bedingungen des Schulalltags und dem Gewaltverhalten der SchülerInnen festzustellen. Die Erkenntnis, dass die Schule durch die Gestaltung der Schul- und Lernkultur die schulische Gewaltentwicklung beeinflussen kann, zeigt, wo schulische Gewaltprävention ansetzen kann.

Das Projekt „Erforschung und Entwicklung einer friedvollen Schulkultur“ ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Schulzentrum Friesgasse und dem Institut für Praktische Theologie der Katholisch-Theologischen Fakultät Wien.

Gemeinsam wollen wir …

Hinschauen und hinhören Was steht einem friedvollen schulischen Zusammenleben entgegen? Wie wird Gewalt an der Schule erfahren?

Nachdenken und analysieren Welche gewaltmindernden bzw. gewaltfördernden Faktoren lassen sich in und an der Schule erkennen?

Diskutieren und visionieren Welche Indikatoren für eine gewaltpräventive Schulkultur lassen sich daraus entwickeln? [mehr]

Vielfalt an Schulen erforschen

Wie werden Religionen in ihrer Vielfalt an der Schule wahrgenommen und gedeutet? Wie beeinflussen diese Wahrnehmungen das Schulleben und das pädagogische Handeln an der Schule?

Gesellschaftliche Veränderungen stellen vor pädagogische Herausforderungen: Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen persönlichen, sozialen, kulturellen und religiösen Voraussetzungen kennzeichnen den Schulalltag heute. So erlangt das Wissen über Diversität von Lebenslagen wesentliche Bedeutung für Pädagoginnen und Pädagogen. Ein Teil dieser Diversität ergibt sich aus den unterschiedlichen religiösen Überzeugungen und daraus hervorgehenden Bedürfnissen der am Schulleben beteiligten Menschen. Diese Unterschiedlichkeiten zu nivellieren oder – möglicherweise aus Angst vor Konflikten – zu ignorieren, würde bedeuten, eine Dimension des Lebens vor Ort nicht (an)zuerkennen. Ein aktives und wertschätzendes Wahrnehmen von religiöser Vielfalt leistet dafür einen Beitrag zu einem demokratischen und friedlichen Miteinander an der Schule – so unsere Aus-gangsthese. Wir fragen danach, wie Religion und religiöse Vielfalt an der Schule wahrgenommen werden. Gemeinsam mit einer Schule möchten wir erarbeiten, wie religiöse Vielfalt produktiv in das Schulleben eingebunden werden könnte. [mehr]

ETHOS - Ethical education in primary and pre-primary school for a sustainable and dialogic future

The Ethos project targets primary and pre-primary school teachers and offers them an outline for ethical education and questions. Its main motivation arises out of the recognition that the challenges that Europe is facing are not merely economic or political, but also societal, cultural and especially ethical.

For more: http://www.ethos-education.eu/

Citizenship Education and Islam

Möglichst klare Definitionen der Werte und Normen von Islam und Demokratie sowie das Zusammenbringen dieser vor dem Hintergrund eines persönlich-emotionalen Beziehungs­aufbaus zum Land ist ein guter Weg, wie junge MuslimInnen bei ihrer Entwick­lung zu einem vollwertigen Mitglied der österreichischen Gesellschaft von Eltern, Lehrenden und Imame bzw. SeelsorgerInnen unterstützt werden können.
Projekt „Islam und Citizenship-Erziehung“ möchte hier seinen Beitrag leisten, indem es die genannten Gruppen (Lehrende in Schulen / Koranschulen; Tätige in Moscheen) auf die Aufgabe vorbereitet, relevante Aspekte von Citizenship an muslimische Kinder und Jugendliche zu vermitteln.  

Mehr unter: http://ceai.univie.ac.at/

Radikalisierungsprozesse unter Jugendlichen

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, das Phänomen der Radikalisierung unter Berücksichtigung all seiner Implikationen auf einer Mikro- und Makroebene zu analysieren. Das Ziel der Studie liegt auf dem Verstehen der Lebenswelten der Jugendlichen, die in verschiedenen Radikalisierungsphasen stehen. Dabei ist es wichtig diesen Radikalisierungsprozess in seinem Kontext zu verstehen. Darunter fallen individuelle Aspekte der Jugendlichen, das familiäre und weitere soziale Umfeld aber auch religiöse, ideologische und nationale bzw. gesellschaftspolitische Aspekte.

Mehr unter: http://iis.univie.ac.at/forschung/laufende-projekte/radikalisierugngsprozesse-unter-jugendlichen/

Muslimische Milieus in Österreich

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, die Variationsbreite einzufangen, wie der Islam in Österreich im Alltag gelebt wird und wie unterschiedlich die milieuspezifischen Hintergründe und Lebenswelten von muslimischen Personen in Österreich sind.

Mehr unter: http://muslimische-milieus-in-oesterreich.univie.ac.at/

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