Zeitschrift des Österreichischen Religionspädagogischen Forums

Das Österreichische Religionspädagogische Forum (ÖRF) ist eine religions-pädagogische Fachzeitschrift, deren Ziel es ist, die wissenschaftliche Theoriebildung im Bereich der Religionspädagogik und der religiösen Bildung zu fördern.

Die Zeitschrift wird vom Vorstand des Österreichischen Religionspädagogischen Forums, einem Zusammenschluss von wissenschaftlich tätigen Religions-pädagogInnen verschiedener Religionen und Konfessionen an Universitäten und Hochschulen, herausgegeben. Sie thematisiert bewusst den österr. Kontext, möchte aber gezielt auch für andere Länder, Regionen und Kontexte interessant und relevant sein.

Die Zeitschrift erscheint seit 2013 als Open-Access-Zeitschrift, die Hauptbeiträge werden einem Peer-Review-Verfahren durch externe GutachterInnen unterzogen.

Sie finden alle Jahrgänge seit 1991 unter der Adresse http://unipub.uni-graz.at/oerf.



Religionspädagogik und Politik

27. Ausgabe (2019) des "Österreichischen Religionspädagogischen Forums"
27. Jahrgang (2019), Heft 1

Das Verhältnis von Religion und Politik ist eine Schlüsselfrage der modernen Staatenkonzeption. In diesem Zusammenhang ist auch das Verhältnis von religiöser Bildung und Politik zu reflektieren: Ein großer Teil der religiösen Bildung im deutschsprachigen Raum ist durch das öffentliche Recht geregelt und damit Teil politischer Prozesse und Entscheidungen, dies betrifft etwa den Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, theologische Fakultäten an öffentlichen Universitäten oder die staatliche Anerkennung von privaten religiösen Bildungseinrichtungen. Zuletzt wurde auch eine Tendenz zur Legitimierung der religiösen Bildung an öffentlichen Schulen auf Grund von Überlegungen der Staatsräson sichtbar, wenn etwa Religionsunterricht (allein) mit dem Argument der Fundamentalismusprävention unterstützt wird. Die Diskussion um konfessionelle Kindergärten wirft zudem die Frage auf, in welcher Weise der Staat religiöse Bildungseinrichtungen (öffentliche wie nicht-öffentliche) legitimieren und reglementieren soll. Davon unmittelbar betroffen sind auch Fragen der Religionsfreiheit und der Toleranz. Aber auch Religionsunterricht und religiöse Bildung selbst haben eine immanente politische Aufgabe: Religionen sind Teil der Zivilgesellschaft und nehmen an politischen Diskursen teil. Politische Fragen wie Gerechtigkeit, Armut oder Frieden sind zugleich Anliegen und Fragen der Religionen. Daher stellt sich die Frage, ob und auf welche Weise religiöse Bildung dazu befähigen muss, an diesen zivilgesellschaftlichen Prozessen teilhaben zu können, was zugleich eine Frage der Demokratiebildung ist. Kurz gesagt: Wie politisch muss Religionspädagogik sein, wenn auch die Religionen selbst Teil des öffentlichen politischen Lebens sind?

Aus dem Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe:

Thementeil: Religionspädagogik und Politik

  • Bernhard Grümme: Religionsunterricht im public turn. Ein politisch dimensionierter Religionsunterricht auf der Suche nach einem angemessenen Öffentlichkeitsbegriff
  • Jan-Hendrik Herbst: Konturen einer neuen politischen Religionspädagogik? Begriffstheoretische Betrachtungen einer zerfaserten Debatte
  • Judith Könemann: Bildungsgerechtigkeit als Moment einer politischen Religionspädagogik
  • Hans Mendl: Weltverantwortung. Politisch und global lernen im Religionsunterricht
  • Britta Breser, Matthäus Berger: Politische Bildung als Unterrichtsprinzip im österreichischen Schulsystem. Fokus: Religionsunterricht aus politikdidaktischer Perspektive
  • Jan-Hendrik Herbst, Andreas Menne: Ideologiekritik im Religionsunterricht? Wiederbelebungsversuch eines religionsdidaktischen Lernprinzip
  • Amin Elfeshawi: Dschihad. Eine salafistische und sufische Quran-Auslegung als Gegenstand der religionspädagogischen Reflexion
  • Thomas Schlager-Weidinger, Karsten Lehmann: Zu den Ebenen der Beziehungen zwischen Religionspädagogik und Politik. Überlegungen im Anschluss an die Einführung des Konzepts der ‚interreligiösen Kompetenz‘ in den Curricula der Pädagogischen Hochschulen in Österreich
  • Petra Juen: Religiöse Bildung in der Spannung zwischen staatlichen Reglementierungen und Religionsfreiheit. Frankreich und die laïcité


Weitere wissenschaftliche Beiträge

  • Agnes Gmoser, Wolfgang Weirer: Es muss sich etwas verändern! Religionsunterricht in Österreich- empirische Blitzlichter aus der schulischen Praxis und Überlegungen zur konzeptionellen Weiterentwicklung
  • Karin Peter: Aktuelle christologiedidaktische Tendenzen
  • Aaron Langenfeld, Monika Tautz: Erlösung als Problem der interreligiösen Begegnung. Eine systematische und religionspädagogische Auseinandersetzung mit einem sperrigen Gegenstand
  • Viera Pirker, Maria Juen: Kompetenzorientierte Leistungsbeurteilung im Religionsunterricht der Oberstufe. Eine Evaluationsstudie
  • Said Topalovic: Hatties „Visible Learning“ im islamischen Religionsunterricht. Was wirkt wie stark?
  • Şenol Yağdı: Kulturkampf vs. Bildungskampf in der Migrationsgesellschaft? Das neue Gesicht der Bildungsbenachteiligung: Wie die Arbeitertochter vom Land zum Migrantensohn geworden ist
  • Michael Ameen Kramer: Gemeinsame Feiern mit religiösen Bezügen im schulischen Kontext aus christlich-muslimischer Perspektive. „Schulveranstaltungen“ oder „Religiöse Übungen und Veranstaltungen?“
  • Peter Schreiner, Friedrich Schweitzer:  International Knowledge Transfer in Religious Education. A Manifesto for Discussion

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Lebenswelten und Religiosität Jugendlicher

26. Ausgabe des "Österreichischen Religionspädagogischen Forums"
25. Jahrgang 2016, Heft 1

Das Forschungskolloquium #Jugendliche#Lebenswelten#Religiosität, das im Oktober 2016 an der Katholischen Privat-Universität Linz anlässlich des letzten universitären Dienstjahres von Prof. Ilse Kögler stattfand, widmete sich diesem Themenfeld und nahm dabei folgende Bereiche in den Blick:

    Werte- und Lifestyletrends bei Jugendlichen im 21. Jahrhundert,
    Zugänge zu Religion auf Basis der Lebenserfahrungen und Bedürfnisse Jugendlicher,
    Einfluss von Armut und sozialer Ausgrenzung auf die Religiosität junger Menschen,
    Umgang von MuslimInnen in Österreich mit ihrer Religiosität im Alltag.

Es ist gelungen, die ReferentInnen des Kolloquiums zu gewinnen, ihre Forschungsergebnisse in der vorliegenden Ausgabe des ÖRF zu publizieren, zugleich versammelt diese Ausgabe weitere themenspezifische Beiträge.

Neben den thematischen Schwerpunktbeiträgen gibt es wie immer Vorstellungen von wissenschaftlichen Qualifikationsarbeiten, die in der letzten Zeit an österreichischen religionspädagogischen Instituten entstanden sind, sowie etliche einschlägige Buchrezensionen. [26. Ausgabe]


Anerkennung von Diversität und/oder Integration durch religiöse Bildung?

Religionspädagogische Herausforderungen durch Migrationsbewegungen25. Ausgabe des "Österreichischen Religionspädagogischen Forums"

24. Jahrgang 2016, Heft 2

Wir konnten Expertinnen und Experten als GesprächspartnerInnen der Religionspädagogik gewinnen, die zentrale Herausforderungen der gegenwärtigen Migrationsgesellschaft für religiöse Bildung identifizieren, und eine ganze Reihe von religionspädagogischen „Antwortversuchen“ dazu sammeln.

Neben den thematischen Schwerpunktbeiträgen gibt es wie in den letzten Ausgaben des ÖRF Vorstellungen von wissenschaftlichen Qualifikationsarbeiten, die in der letzten Zeit an österreichischen religionspädagogischen Instituten entstanden sind, sowie etliche einschlägige Buchrezensionen.


Weil es um den Menschen geht

Religiöse Bildung für die Zukunft der Bildung

24. Ausgabe des „Österreichischen Religionspädagogischen Forums"
24. Jahrgang 2016, Heft 1

Das Schwerpunktthema der 24. Ausgabe fokussiert das Thema religiöser Bildung im Kontext von bildungstheoretischen Reflexionen. Aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven wird versucht, den Fragen nach der Bedeutung von religiöser Bildung in einem vornehmlich säkularen Umfeld nachzugehen. Mit dem Titel „Weil es um den Menschen geht“ wird gleichzeitig eine normative Setzung vorgenommen, die einseitig nutzenorientierten Verständnissen von Bildung eine Absage erteilt.

Neben den thematischen Schwerpunktbeiträgen gibt es wie in den letzten Ausgaben des ÖRF Vorstellungen von wissenschaftlichen Qualifikationsarbeiten, die in der letzten Zeit an österreichischen religionspädagogischen Instituten entstanden sind, sowie etliche einschlägige Buchrezensionen. [24. Ausgabe]